MINT-Feriencamp

Durch einen Aushang in unserem neuen MINT-Schaukasten im Flur vor dem Sekretariat ist Paul-Justus B.  aus der Klasse 9b auf das Angebot eines medizintechnischen Workshops in den Osterferien aufmerksam geworden. Die Stiftung Wissen der Sparkasse KölnBonn bietet im Rahmen ihrer Initiative Schule trifft Wissenschaft Schülerinnen und Schülern verschiedenen Alters Programme zu Inhalten der Natur- , Lebens- und Technikwissenschaften an.

Paul-Justus interessiert sich insbesondere für die Medizintechnik und nutzte einen Teil seiner Ferien, um an diesem Workshop teilzunehmen.

Hier sein Bericht.

Achim Huntemann

Mint-Workshop: Expedition Medizintechnik

Vom 10.04 – 13.04.2017

Ablauf

Tag 1

Am ersten Tag des Workshops waren wir im Odysseum in Köln. Die Themen des Tages waren Erste Hilfe und die Arbeit als Rettungssanitäter. Nach einer kurzen Begrüßung und Einleitung in das Studium Medizintechnik, wurden wir in Gruppen aufgeteilt, die abwechselnd fünf Stationen bearbeiteten. In einer der Stationen konnte man den Innenraum und die Ausstattung eines Rettungswagens besichtigen. Weitere sehr spannende Stationen  waren ein Anleitungskurs zur Wiederbelebung, Stabilisierung und dem Transportieren von Verunglückten.

Tag 2

Der Tag darauf startete mit einer Besichtigung des Prothesenzentrums der Firma REMA in Spich, wo uns von der Entwicklung bis zum Benutzen der Prothesen alles genauestens erklärt wurde. Nach einer kurzen Pizzapause hatten wir die tolle Chance, mit dem Paralympic Sportler Johannes Floors zu reden. Anschließend durften wir selber in Prothesen laufen, was nicht sehr einfach war.

MINT_2017_Juni_Medizintechnik1

Ein Gendefekt machte Johannes Floors das Leben schwer. Seine Wadenbeine hatten sich nicht gebildet, die Füße wuchsen verkümmert. In seiner Schulzeit musste er viele Beleidigungen ertragen. Viel schlimmer waren jedoch die körperlichen Schmerzen, die mit den Jahren immer stärker wurden. Wahrscheinlich wäre er irgendwann auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen, das war für ihn aber keine Option. Daher entschied er sich mit 16 Jahren zu einer Unterschenkel-amputation. Mittlerweile ist der 21-Jährige ein Weltklasse-Prothesensprinter und hat bei den Paralympics in Rio mit der Vierhundertmeter Staffel Gold gewonnen.

Tag 3

Am vorletzten Tag des Workshops besuchten wir das Rheinische Bildungszentrum (RBZ) in Köln. Hier wurde das RBZ kurz vorgestellt, anschließend durften wir Fragen zur Berufsorientierung stellen. Außerdem untersuchten wir einige Blutgruppen. Am Nachmittag führten wir Laboruntersuchungen zum Thema Bakteriologie durch.

Tag 4

Am letzten Tag des Workshops stand das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt auf dem Programm. Hier wurden wir in Weltraum und Astronautik eingeführt. Wir behandelten außerdem die Themen Schwerelosigkeit, Kreislauf- und  Muskelphysiologie. Im Anschluss durften wir noch das Europäische Astronautenzentrum (ESA) besichtigen.  

Fazit

Für mich lässt sich sagen, dass dies ein sehr interessanter und lehrreicher Workshop war, auch wenn ich nicht alle Themen gleich spannend fand.  Mich hat am meisten das DLR interessiert, weil ich es sehr interessant finde, wie der Mensch in Schwerelosigkeit funktioniert und arbeitet. Außerdem hat mir sehr gut gefallen, dass wir alles selbst ausprobieren und erfahren konnten. Das Gespräch mit  Johannes Floors war eine besondere Erfahrung für mich. Da ich selber sehr gerne laufe, wollte ich wissen, wie ein Mensch mit seinen Prothesen solche Leistungen zustande bringen und dabei ein solches Selbstvertrauen ausstrahlen kann. Eine wirklich beeindruckende Erfahrung.

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Wer sich für Medizin oder ein Medizintechnikstudium interessiert, sollte auf alle Fälle diesen Workshop machen, um die vielseitigen Möglichkeiten der technischen Gesundheitsbranche kennenzulernen.

Paul-Justus B.

Klasse 9b