Mädchenförderung im Kontext der MINT-Fächer

In regelmäßiger Folge wird seit einiger Zeit in den Medien von zunehmenden Leistungen der Mädchen im Bereich MINT berichtet. Dies bestätigen auch die Ergebnisse unserer Abiturientinnen in den Fächern der Naturwissenschaften und Mathematik der letzten Jahre. Die Grafiken des statistischen Bundesamtes zum Studienwahlverhalten von Frauen in Deutschland zeigen jedoch immer noch ein geschlechtsrollentypisches Studien- und Berufswahlverhalten. Das heißt, Frauen sind in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Berufen immer noch unterrepräsentiert. Wissenschaftliche Studien belegen, dass dies nicht auf mangelnde Begabung zurückzuführen ist, sondern auf andere Faktoren wie Stereotype und fehlende weibliche Rollenmodelle.

Deswegen unternehmen einige Universitäten zurzeit verstärkte Anstrengungen, um junge Frauen durch Sensibilisierung der eigenen Kompetenzen für die ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächer zu begeistern. Diese Angebote, z. B. in Form eines „Schnupperstudiums“ von der Universität Bonn oder der RWTH Aachen, tragen wir aktiv in den Unterricht unserer Grund- und Leistungskurse, um das Interesse unserer Mädchen für diesen Bereich nachhaltig zu stärken. Eine Unterrichtsbefreiung ist vor diesem Hintergrund eine Selbstverständlichkeit.

An unserem ersten „Girl´s Campustag“ für die Q2 hatten wir in diesem Schuljahr z.B. erstmalig einen Besuch an der RWTH Aachen in Begleitung eines Lehrers im Angebot, das von den Mädchen des Leistungskurses Physik dankbar in Anspruch genommen wurde (siehe 1. Bericht im Anschluss).

Die „minteressierten“jungen Damen der Q1 wurden animiert, den „Schnuppertag für Mädchen“ der UNI Bonn zu besuchen. Auch dieses Angebot wurde gerne angenommen (siehe 2. Bericht).

Darüber hinaus bieten wir unseren Mädchen das kostenfreie E-Mentoring-Programm „CyberMentor“ der Universitäten Regensburg und Erlangen-Nürnberg an. Nach einer offiziellen Anmeldung sind auf der geschützten Internetplattform zahlreiche Lernangebote, ein MINT-Talk-Diskussionsforum und regelmäßig neue MINT-Projekte im Angebot. Auf Wunsch wird eine persönliche MINT-Mentorin vermittelt, die ein MINT-Fach studiert oder in einem MINT-Beruf arbeitet und mindestens ein Jahr online für Fragen zur Verfügung steht. Weitere Informationen zu CyberMentor sind auf der Website www.cybermentor.de abzurufen.

Da Interesse und Neugier insbesondere in jungen Jahren geweckt werden, motivieren wir unsere Schülerinnen der Sekundarstufe I  zur Teilnahme am Girls’ Day.

Ansprechpartnerin für diesen Bereich ist unsere Kollegin Julia Mauel (Informationen – Girls’Day).

MINT-interessierten Schülerinnen empfehlen wir, sich auf folgender Seite zu informieren:
http://material.kompetenzz.net/komm-mach-mint/schuelerinnen.

 

1. Bericht: Schnupperstudium an der Universität Aachen

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Im Oktober dieses Jahres gab es zum ersten Mal ein Angebot für Mädchen aus den naturwissenschaftlichen Leistungskursen der Stufe 12 im Rahmen des MINT-Schnupperstudiums einen Tag an der Universität Aachen zu verbringen. Das Angebot zielt vor allem auf Mädchen, die an naturwissenschaftlichen Fächern interessiert sind. Ihnen wird so eine Chance gegeben, einen Einblick in Studienfächer zu gewinnen, die normalerweise eher von Männern dominiert werden.

Die Mädchen aus dem Physik-LK der Stufe 12 haben sich nach der Anfrage von Herrn Huntemann, dem MINT-Beauftragten unserer Schule, dazu entschieden, am 21. Oktober mit ihm zusammen die „RWTH Aachen“ zu besuchen. Das Angebot der Uni besteht in drei aufeinanderfolgenden Tagen; an den ersten beiden Tagen gibt es zusätzlich zu den Vorlesungen, die man besuchen kann, Workshops. Allerdings muss man sich für diese Workshops frühzeitig anmelden, und da unserer Entscheidung relativ kurzfristig fiel, sind wir erst am dritten Tag des Programms nach Aachen gefahren.
Dort angekommen konnten wir selbstständig den Gebäudekomplex erkunden und uns in die zuvor aus einem vielfältigen Angebot ausgesuchten Vorlesungen unter die Studenten mischen. Wir hatten die Möglichkeit, einen Einblick in zwei Vorlesungen (Mathe und Physik) zu gewinnen und den Eindruck des Studentenalltags nachvollziehen zu können. Anschließend gab es auch noch Gelegenheit zu einer persönlichen Studien- und Berufsberatung.

Insgesamt war es ein gelungener Tag, der den Alltag als Studierende näher gebracht hat und natürlich den Reiz eines Studiums geweckt hat.

Luise Grins & Hanna Schänzler, Stufe 12

2. Bericht: Geo-was? und Me-te-o-ro-logie
Der Uni-Schnuppertag für Mädchen

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Am Dienstag, dem 26.01.2016, war es soweit: Wir durften in die Uni!

Der Uni-Schnuppertag richtet sich an alle Mädchen aus naturwissenschaftlichen Leistungskursen in ganz Bonn und soll das Interesse an den sogenannten MINT-Studienfächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) wecken. Um 9.00 Uhr ging es im Stucksaal des Poppelsdorfer Schlosses mit dem „Markt der Möglichkeiten“ los. Das heißt, es waren Vertreter aus den verschieden Studiengängen vor Ort, welche an diesem Tag vorgestellt werden sollten; sie mussten den ca. 80 Mädchen Rede und Antwort stehen. Schon eine halbe Stunde später wurden wir in Workshops eingeteilt. Diese konnten wir schon bei der Anmeldung wählen. Zur Auswahl standen Informatik, Geodäsie, Mathematik, Astrologie, Physik, Chemie und Meteorologie; also quasi alle naturwissenschaftlichen Studiengänge, in denen es an Mädels mangelt und die Jungs den Großteil der Studenten ausmachen.

Vormittags ging es also für uns zwei mit zwei Frauen in das IGG, das Institut für Geodäsie und Geoinformatik. Dort wurde unserer Gruppe zuerst einmal das Studium für Geodäsie vorgestellt und die zweifellos weitreichenden Jobmöglichkeiten dargestellt. Außerdem wurden uns diverse Roboter vorgestellt, die wir sogar selber steuern durften (hätten wir uns getraut;)). Anschließend haben wir gelernt und selber miterlebt, wie man mit Hilfe eines Lasers zum Beispiel die Größe einer Person oder eines Raumes messen kann.

Nach einem kleinen Snack kam nachmittags schon der zweite Workshop dran. Diesmal hieß es für uns, rein in den Bus und ab nach Endenich zum Meteorologischen Institut. Dort wurden wir von einem Professor empfangen, der uns erklärte, dass es im Studiengang im Durchschnitt gar keinen „Frauenmangel“ gibt, sondern dass die Zahlen relativ ausgewogen seien. Auch hier wurde uns der Lehrplan des ganzen Studiums erklärt. Diesmal aber sogar von dem Vorsitzenden der Fachschaft Meteorologie. Nun wissen wir auch, dass die Fachschaft so etwas wie unsere Schülervertretung, nur für die Studenten ist. Nachdem wir sogar auf dem Dach des Studentenwohnheims waren, wo ein Regen-Radar steht, war es für uns besonders interessant, selber einmal mit einem Professor die Wettervorhersage für die kommenden Tage zu machen. Und bis jetzt hat es auch gestimmt!
Um 16 Uhr war der Tag auch schon wieder zu Ende.

Was wir auf jeden Fall aus der Schnupperuni mitgenommen haben, ist wohl, dass auch wenn die beiden Studiengänge für uns zwei wohl eher zu mathematisch sind, man alles schaffen kann, wenn man bereit ist, dafür zu lernen. Und dass man dies natürlich nicht alleine machen muss/soll, sondern mit den anderen, die dort mit einem studieren. Lerngruppen sind in allen Fächern der Schlüssel zum Erfolg.

Man ist da ja schließlich nicht allein!

Von Katja Schneiders und Felicitas Stomps, Stufe 11