Kunst aus dem KFG im Künstlerforum

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Auszug aus der Ansprache zur Vernissage am 22. 11. 2015

Zu den Schülerarbeiten

Für Island, die ferne Insel im Meer, haben die 5.-Klässler Unterwasser-welten gemalt und gezeichnet, aus deren geheimnisvollem Dunkel die Farben der Fische und Wasserpflanzen hervor leuchten. Dabei haben wir uns von Paul Klee inspirieren lassen. Nun sehen wir die Arbeiten alle zusammen als großes Gruppenbild, das durch seine Einheit das Motto der Ausstellung aufgreift. Es ist sicherlich etwas Besonderes, wenn der Schülerkunst außerhalb des Schulgebäudes Raum gegeben wird, wo sie in einem anderen, neuen Licht wirken kann und in Beziehung zu Werken von Künstlern treten kann wie der Wasserflaschensäule von Rosa Gisladòttir, deren funkelnde Farbigkeit korrespondiert mit den zarten Farbzeichnungen der Kinder – ein Gewinn, den man durchaus als wechselseitig verstehen kann.

Dies gilt gleichermaßen für die Vogelplastiken der Jgst. 10, die  überzeugen, indem sie ganz unterschiedliche Vogelcharaktere verkörpern. Da gibt es kleine, in schwirrendem Flug begriffene oder ballerina-artig posierende Gestalten. Manche Schüler haben mit Hilfe von Bambus und anderen Stöcken elegante, langbeinige Wesen geschaffen, die in träumerischer Haltung oder ruhevoll statuarisch gezeigt werden. Andere sind von großen Schnäbeln, eigenwilligen Proportionen oder der Dramatik eines Landeanflugs mit ausgebreiteten Schwingen inspiriert.

Nicht ganz einfach war der Herstellungsprozess, beginnend mit sperrigem Kaninchendraht, dann gefolgt von glitschigem Papiermaché und Gipsbinden. Nachdem diese Arbeit geschafft war, folgte, gleichsam als Belohnung, die Farbgestaltung mit Sprayfarben, bei der uns ein StreetArt Künstler aus Chile, Nico Alvarado, Hilfe geleistet hat.

Anlass für die Vogelplastiken war ein Hinweis Werner Blumes, der viel über das enge Verhältnis der Armenier zu ihrer Sprache und Schrift weiß und der uns ein Beispiel des armenischen Vogelalphabets hat zukommen lassen. Diese Anregung haben wir auch deshalb gerne aufgegriffen, weil wir durch die farbliche Fassung der Vogeldarstellungen das schwere Schicksal der Armenier andeuten wollten, aber auch, durch die Haltung und die Anordnung der Gruppe im Raum, Hoffnung für das versprengte Volk zum Ausdruck bringen wollten, gilt doch der Vogel – Phönix aus der Asche – als Symbol des Wiederbeginns und der Auferstehung.

Fische und Vögel, ein einleuchtendes Konzept, stehen die beiden Arten doch für die Schönheit von Farben und Formen, die wir bewundern, für die Anmut der Bewegung, für die Fragilität und Stärke der Natur und für ihre überwältigende Vielfalt, die darzustellen und zu bewahren unsere Aufgabe ist und sein wird: all together!

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