Exkursion Erdkunde-LK der Q1 nach Duisburg

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Wir haben uns im Unterricht mit dem Strukturwandel im Ruhrgebiet beschäftigt und zur besseren Veranschaulichung mit unserem Erdkunde-Leistungskurs der Q1 eine Exkursion nach Duisburg gemacht. Nach zweistündiger Fahrt sind wir am Hauptbahnhof von Duisburg angekommen. Von dort aus ging es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Landschafspark Nord. Der Park ist für die Besucher gut ausgebaut und bietet eine Vielzahl an Attraktionen, wie zum Beispiel das Tauchzentrum, welches in einem ehemaligen Gasometer errichtet wurde. An diesem Beispiel kann man sehr gut erkennen, wie sich der Wandel von einer Industriegesellschaft hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft vollzogen hat – also der Wandel von einem Hüttenwerk zu einem modernen Freizeitgelände.  Nachdem wir uns einen Überblick über das Gelände verschafft hatten, bekam der Kurs die Möglichkeit, einen ehemaligen Hochofen zu besteigen. Von dort aus hatte man eine hervorragende Aussicht über das gesamte Gelände des Landschaftsparks und auch darüber hinaus.

Nach einer kurzen Aufwärmpause in dem örtlichen Kaffee sind wir mit dem Bus in den sehr heruntergekommenen Duisburger Stadtteil Bruckhausen gefahren. Bruckhausen ist ein ehemaliges Arbeiterviertel aus der Hochzeit der Industrie im Ruhrgebiet, in dem die Arbeiter, die im nahegelegenen Thyssen-Krupp Werk gearbeitet haben, mit ihren Familien lebten. Aufgrund des bereits genannten Strukturwandels wird er heute jedoch zum größten Teil von der sozialen Unterschicht bewohnt. Auffällig ist der hohe Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, welcher bei 80% liegt. Wir haben uns dort genauer den verfallenen Zustand der Wohngegend angesehen. Viele der Wohnungen sowie Ladenlokale stehen leer und einige Häuser sogar kurz vor dem Abriss. In der Ferne konnte man das Fabrikgelände des Thyssen-Krupp Werkes sehen. Die Stadtverwaltung möchte nun aber einen Imagewandel des Stadtteils vollziehen und saniert daher das Gebiet nach und nach. Außerdem ist ein Grüngürtel in Planung, der den Stadtteil Bruckhausen von dem Industriegelände räumlich abgrenzen soll, um die Lebensqualität dort zu erhöhen.

Von Bruckhausen aus ging es weiter südlich zum Innenhafen. Dieser war während der Hochkonjunktur der Industriellen Revolution über ein Jahrhundert lang der zentrale Hafen- und Handelsplatz der Ruhrgebietsstadt. Seit Mitte der 1960er Jahre verlor der Hafen an Bedeutung und lag für rund 20 Jahre brach, ehe am Innenhafen der Strukturwandel einsetzte. Die Basis für dieses Musterbeispiel für den Wandel im Ruhrgebiet lieferte im Jahr 1994 der britische Architekt Lord Norman Foster. Mittlerweile hat sich der Innenhafen zu einem Ort entwickelt, der Arbeiten, Wohnen, Kultur und Freizeit am Wasser verbindet. Heute ist der Hafen ein Industriedenkmal.

Die Exkursion gab uns die Möglichkeit, den Stoff der im Unterricht behandelten Themen wesentlich besser zu verstehen bzw. nachzuvollziehen. Zudem war es sehr interessant, mit eigenen Augen den Strukturwandel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft und die damit verbundenen Auswirkungen auf eine Stadt wie Duisburg zu sehen.

Nike N., Sarah R., Raphaela S.