Leistungskurs Biologie Q1 führt Bakteriendiagnostik an der Universität Koblenz durch

Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses von Frau Pauly nahmen am 23.06.2017 im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität Koblenz an einem Schülerlabor zum Thema ‚Bakteriendiagnostik‘ teil. Die Lernenden erhielten die Möglichkeit, die Verfahren der Polymerasekettenreaktion (PCR), des Restriktionsverdaus sowie der Gelelektrophorese in der Praxis kennenzulernen und mit ihrer Hilfe eine Bakteriendiagnostik durchzuführen. Dazu wurden die Bakterien über die Nutzung spezifischer Primer in einer PCR und einer anschließenden Gelelektrophorese zum Nachweis der PCR-Produkte identifiziert und es wurde ein sogenannter Fingerprint, also das Restriktionsmuster eines Markergens der Bakterien, mittels Restriktionsverdau und anschließender Gelelektrophorese erstellt. Die Anwendung molekularbiologischer Methoden zur Bakteriendiagnostik hat Vorteile gegenüber kulturabhängigen Methoden. Das Ergebnis liegt innerhalb weniger Stunden vor und es können auch seltene oder nicht teilungsfähige bzw. nicht oder schlecht kultivierbare Organismen identifiziert und nachgewiesen werden. Außerdem kann auch ein Nachweis noch unbekannter Organismen erfolgen. Auch aus diesen Gründen werden heutzutage in der Medizin oftmals u.a. humanpathogene Bakterien über die genannten molekularbiologischen Methoden nachgewiesen und identifiziert. Eine eindeutige Identifizierung ist notwendig, sodass ein wirksames Antibiotikum verabreicht werden kann. Die Schüler und Schülerinnen erhielten im Schülerlabor die Möglichkeit, praktische Arbeiten im Labor mit einem für sie lebensnahen Kontext durchzuführen und so typische und abiturrelevante molekularbiologische Arbeitstechniken hautnah zu erleben.

Citizen-Science Exkursion der Biologie-Leistungskurse der Q1

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Wir trafen uns am ersten Projekttag zur Vorbereitung unseres Patroziniums um neun Uhr am Lehrerparkplatz des Kardinal-Frings-Gymnasiums. Anwesend waren beide Biologie-Leistungskurse der Stufe 11 und ihre Lehrer Achim Huntemann und Markus Möhring. Die anstehende Exkursion wurde von Frau Dr. Nöske und Frau Dr. Zedda geleitet. Beide sind die Projektleiterinnen der Aktion „Erforsche Neophyten mit! - Citizen Science für junge Forscher/innen im Raum Bonn“ des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz).

Außerdem war der Praktikant Jan Söntgerath zur Verstärkung mit dabei. Nach einer kurzen theoretischen Einführung bildeten wir zwei Gruppen, die auf zwei unterschiedlichen Wanderwegen den Sportplatz Ennert zum Ziel hatten. Unterwegs wollten wir möglichst viele unterschiedliche „Neophyten“ aufspüren, mit unseren Smartphones fotografieren und mit Hilfe einer zuvor heruntergeladenen App zum Meldeportal „Artenfinder“ übertragen.

Wir gehörten zur Gruppe „Huntemann“ und unser Weg verlief zuerst über die Kreuzherrenstraße. Frau Dr. Nöske zeigte uns schon zu Beginn der Exkursion einige Neophyten in den Vorgärten der Wohnhäuser. Neophyten sind Pflanzen, die nach 1492 (Entdeckung Amerikas) aus anderen Ländern im Rahmen der Globalisierung auf verschiedene Art und Weise, gewollt oder zufällig nach Deutschland eingeschleppt wurden. Während die meisten von ihnen die Diversität unserer Pflanzenwelt bereichern, sind einige wenige invasive Arten in der Lage durch besondere Anpassungsmechanismen die einheimische Vegetation zu vertreiben, weswegen sie unter besonderer Beobachtung stehen. Weiter ging es über die Königswinterer Straße zum Finkenberg. Hier zeigte uns Herr Huntemann die Stelle, wo Napoleon im Jahre 1811 stand und darüber entschied, ob Bonn als Festung wieder aufgebaut werden sollte. Einige Neophyten wie die Lorbeerkirsche, die Kanadische Goldrute oder die Mahonie, waren am Wegesrand zu sehen.

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Nach einer Unterführung betraten wir das wahrscheinlich älteste Naturschutzgebiet Deutschlands: Der Ennert, der als Ausläufer des Siebengebirges gilt. Im Naturschutzgebiet Ennertwald warteten ebenfalls zahlreiche Neophyten auf uns, die wir allerdings nur mit Hilfe unserer Expertin, Frau Dr. Nöske, sicher identifizieren konnten. Nach einem mehr oder weniger anstrengendem Aufstieg trafen wir auf dem alten Ennertwaldsportplatz wieder auf die zweite Exkursionsgruppe, mit der wir uns nun austauschen konnten. Es zeigte sich, dass die Schüler/innen des Parallelkurses ähnliche Funde vorweisen konnten.

Dem verdienten abschließendem Applaus nach, war es eine interessante, weiterbildende und spannende Exkursion, die gezeigt hat, wie vielseitig Biologie praktisch erlebt werden kann. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto traten wir alle anschließend mehr oder weniger erschöpft den Heimweg an.

Von: Luca Walter und Tim Grobusch